Neue Finanzordnung 2021 Teil 3: Was passiert bei einem Nein am 4. März 2018?

 

 

Die Direkte Bundessteuer und die Mehrwertsteuer sind die wichtigsten Einnahmequellen des Bundes, sie machen zusammen fast zwei Drittel der gesamten Einnahmen aus. Was passiert bei einem Nein am 4. März 2018?

 

 

Sparen

Würde das Volk die Finanzordnung 2021 ablehnen, entgingen dem Bund rund zwei Drittel der Einnahmen. Die Ausgaben für Soziale Wohlfahrt, Verkehr, Finanzen und Steuern (Schuldzinsen, Anteile der Kantone und der Sozialversicherungen an den Bundeseinnahmen, Kosten Finanzausgleich etc.) sowie Bildung und Forschung wären nicht mehr finanzierbar. Der Bund wäre somit gezwungen, durch massiven Leistungsabbau diese Gelder einzusparen oder

 

 

Neue Einnahmequellen erschliessen

Um seine Aufgaben wie bisher wahrnehmen zu können, müsste der Bund neue Einnahmequellen erschliessen. Die Autorin dieses Artikels geht in einer persönlichen Einschätzung davon aus, dass die Politiker versuchen würden, dem Volk eine höhere Mehrwertsteuer schmackhaft zu machen. Es könnte beispielsweise damit geworben werden, dass die direkte Bundessteuer nicht wieder eingeführt wird oder in viel geringerem Ausmasse. Im Gegenzug könnte eine Mehrwertsteuer von z.B. 16% eingeführt werden. Unsere Nachbarstaaten haben vergleichbar hohe bzw. höhere Mehrwertsteuersätze:

 

Deutschland: 19% (reduzierter Satz 7%)

Frankreich: 20% (diverse reduzierte Sätze 2.1%, 5.5%, 10%)

Italien: 22% (diverse reduzierte Sätze 4%, 5%, 10%)

Österreich: 20% (reduzierte Sätze 10%, 13%)

Liechtenstein analog der Schweiz (gemäss Vereinbarung zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz)

 

Die Mehrwertsteuer ist einfacher einzutreiben als direkte Steuern, weil die Abrechnung und der administrative Aufwand den mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmungen auferlegt wird. Der grosse Nachteil der Mehrwertsteuer hingegen ist, dass es sich um eine sehr unsoziale Steuer handelt. Die Mehrwertsteuer lastet (mit einigen Ausnahmen wie Mietzinsen, medizinische Behandlungen, Bildung, Kultur, Sport etc.) auf allen Gegenständen und Dienstleistungen des täglichen Gebrauchs. Da es sich um eine indirekte Steuer handelt, ist sie ungeachtet der wirtschaftlichen Leistungs-fähigkeit (sprich des individuellen Einkommens) geschuldet. Die direkte Bundessteuer hingegen hängt von der Höhe des Einkommens ab und ist progressiv ausgestaltet. Das heisst, mit zunehmendem Einkommen erhöht sich die prozentuale Steuerbelastung, wie untenstehende Beispiele verdeutlichen:

 

Unverheiratete Personen

Steuerbares Einkommen ca. CHF 25'000      -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 80.-          (Steuerbelastung 0.32%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 50'000      -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 445.-        (Steuerbelastung 0.89%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 100'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 2'875.-     (Steuerbelastung 2.88%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 150'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 7'535.-     (Steuerbelastung 5.00%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 250'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 20'160.-   (Steuerbelastung 8.06%)

 

Verheiratete Personen

Steuerbares Einkommen ca. CHF 50'000      -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 217.-         (Steuerbelastung 0.43%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 100'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 1'970.-      (Steuerbelastung 1.97%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 200'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 12'560.-    (Steuerbelastung 6.28%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 300'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 25'562.-    (Steuerbelastung 8.52%)

Steuerbares Einkommen ca. CHF 500'000    -->    Direkte Bundessteuer ca. CHF 51'560.-    (Steuerbelastung 10.31%)

 

Quelle: https://www.estv.admin.ch/estv/de/home/direkte-bundessteuer/direkte-bundessteuer/fachinformationen/tarife.html

 

Eine unverheiratete Person, welche das 10-fache von CHF 25'000 verdient, bezahlt also nicht das 10-fache an Steuern, sondern das 252-fache. Ein Ehepaar, welches das 10-fache von CHF 50'000 verdient, bezahlt rund das 238-fache.

 

Wir würden die direkte Bundessteuer deshalb als Reichensteuer bezeichnen. Zusammen mit einer moderaten Mehr-wertsteuer von aktuell 7.7% (Normalsatz) erachten wir das Schweizer Steuersystem als ausgeglichen und fair.

 

 

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